2,6 Milliarden Tassen Kaffee werden täglich auf der ganzen Welt getrunken.

Heute hatte ich davon keine einzige.
Ich bin extrem müde, habe Kopfweh und auf gar nichts Lust. Warum tue ich mir so etwas an? Normalerweise bin ich um diese Uhrzeit schon produktiv!

Willkommen am ersten Tag meines Experiments: Kaffee Detox.

Ich habe beschlossen, mal wieder aus dem Koffein Kreislauf auszusteigen. Einmal im Jahr mache ich für einen Monat eine Kaffee Pause.

Was erhoffe ich mir von diesem Experiment?

  1. Einen Reset:
    Ist das menschliche Gehirn aktiv, sammelt sich dort der Botenstoff Adenosin. Es dockt sich an spezielle Rezeptoren im Gehirn an, die eine Schutzreaktion auslösen. Die Folge: Wir fühlen uns müde, werden zu einer Pause gezwungen und sorgen somit dafür, dass das Gehirn nicht überlastet wird. Dieselben Rezeptoren reagieren auch auf das im Kaffee enthaltene Koffein. Dieses belegt die Rezeptoren und blockiert so die Zufuhr des Botenstoffs Adenosin. Kurz gesagt: Der Mensch trickst mit einer Tasse Kaffee die Adenosin-Rezeptoren und somit seine Müdigkeit aus.

    Kaffee macht nicht munter, er verhindert nur, dass die Müdigkeit wahrgenommen wird!

    Weiters brauchst du immer mehr von der Substanz, um das gleiche Ergebnis zu erreichen, das wird auch Tolereanzeffekt gennant. Durch das Detox wird meine Koffein Toleranz wieder auf Null gesetzt und das Spiel kann von vorne beginnen 🙂

  2. Schlafqualität verbessern:
    Nicht, dass ich ganz ohne Kaffee nicht kann, auch bin ich kein schwerer Kaffee Trinker (2 Tassen Kaffe am Tag). Obwohl ich nicht viel Kaffe trinke, reagiere ich sehr sensitiv auf Koffein. Desshalb habe ich mir angewöhnt, nach 14:00 Uhr keinen Kaffee mehr zu trinken, damit meine Schlafqualität nicht leidet! Wir leben auf Kredit mit unserem Kaffee und zahlen Zinsen mit schlechterem Schlaf. Ich bin gespannt, ob diese weiter zumnimmt, wenn ich ganz auf Kaffee verzichte. Mein Oura Ring wird mir die knallharten Fakten dazu verraten.(Nachtrag: Mein Schlaf ist seit meiner Kaffee Detox viel besser und ich habe mehr Tiefschlaf, obwohl ich gerade Vater geworden bin und mich unsere Kleine öfter in der Nacht aufweckt.) 
  3. Willen stärken:
    Ich möchte das Gefühl haben, dass ich entscheiden kann, wann ich etwas konsumieren möchte und wann nicht. Viele Menschen sagen bei Kaffee ist das ja ganz einfach und sie könnten das ja jederzeit. Dann sollen sie es mal probieren! 🙂 Meine Kaffee Detox ermöglicht mir immer wieder ein Gefühl der Selbstkontrolle.

Das Experiment:

Die ersten zwei Tage meines Experiments bestehen vor allem daraus, dass ich sehr müde bin, vor allem nach Mittag. Doch das ist ganz wunderbar!
Das ermöglicht mir meinen Körper die Pausen zu geben, die er braucht.

Wenn ich in meinem Mittagstief, anstelle von Kaffee, 20 min Yoga Nidra praktiziere, dann fühle ich mich danach genauso fit wie mit Kaffee. Es ist auch eine Form der Selbstliebe. Denn einen Kaffee zu trinken, um das Gefühl der Müdigkeit zu überbrücken, bedeutet das zu unterdrücken, was eigentlich gerade wichtig wäre: Eine Pause.

Ab Tag drei habe ich meine neue Routine gefunden und merke, dass ich auch ohne Kaffee gut funktioniere. Die Mittagspause mache ich nun regelmäßig und ich schlafe in der Nacht ausgezeichnet.

Es bildet sich ein neuer Alltag. Ich vermisse meinen Kaffee schon oft, denn diese täglichen Energie-Spikes während des Tages strukturierten meinen Tag und gaben mir immer einen guten Drive. Auch eine innere Stimme begleitet mich, die mich von diesem Experiment abringen möchte. Ist das nicht das Verhalten von Süchtigen? Naja, immerhin trinke ich seit über 15 Jahren fast täglich Koffein, da muss sich mein Körper (und Geist) schon daran gewöhnen.

Nach einem Monat ist es soweit: Die Zeit des Fastens ist vorbei! Ich habe wieder einmal die Erkenntnis gewonnen, dass unsere Leistungsgesellschaft nicht unbedingt den natürlichen Bedürfnissen des Menschen entspricht! Deshalb folgt jetzt ein kleiner Ausflug…

Über Kaffee im Allgemeinen:

Was ich amüsant finde: Koffein hat ganz wild daran mitgearbeitet, unsere Gesellschaft so zu formen wie sie heute ist. Die Wenigsten wissen, dass die industrielle Revolution auch durch die breite Einführung von Kaffee am Weltmarkt beschleunigt wurde.

Diese Information kommt aus dem super spannenden Buch, das mich auf meiner Kaffee Detox begleitet hat.

Ich freue mich, durch Michael Pollan einen gedanklichen Leidensgenossen (in Bezug auf Koffein Entzug) gefunden zu haben. Dieser Autor hat das Thema Koffein exzessiv recherchiert! Unter anderem weiß ich nun auch Folgendes:

  • Kaffee hat sich von einem kleinen unbekannten Strauch in Afrika zu einem mächtigen Spieler in der Weltwirtschaft gemausert
  • Kaffee ist nach Öl der am zweithäufigsten gehandelte Rohstoff der Welt
  • 2019 wurden 11,1 Millionen Hektar grüne Kaffeebohnen angebaut
  • 25 Millionen Menschen sind am Anbau von Kaffee beteiligt
  • Kaffee wird in über 50 Ländern weltweit angebaut
  • Kaffee ist eine Kirsche

Nach diesem kleinen Ausflug in die Fun-Facts des Kaffees hier noch ein paar hilfreiche Infos für dich:

Wie mache ich eine Kaffee Detox?

1) Such dir ein Datum, an dem du beginnst
2) Trink keinen Kaffee

So einfach ist es! Denke nicht zuviel drüber nach, sondern probiere es einfach aus! Vielleicht möchtest du darauf achten, dass du in den ersten 2 Tagen Zeit hast, um genug Pausen einzulegen. Trink viel Wasser und gehe die Sache entspannt an.

Die Vorteile von einer Kaffee-Detox

  • Besserer Schlaf
  • Keine Nervosität
  • Langfristig mehr Energie
  • Weniger Magenbeschwerden
  • Koffeintoleranz-Abbau

Wenn du deinem System den Kaffee entzieht, darfst du dich auf einen deutlich besseren Schlaf freuen. Die Nervosität, die durch vermehrten Kaffeekonsum entstehen kann, wird durch innere Ruhe und langfristig mehr Energie ersetzt. Außerdem bleibt durch Kaffeetrinken bedingte Säure im Magen und somit das damit verbundene Sodbrennen aus – weniger Magenbeschwerden sind das Resultat.

Was sind die Nebenwirkungen von Koffein Entzug?

  • Müdigkeit
  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • Lethargie
  • Reizbarkeit und Unkonzentriertheit

Ich hatte sie alle! 😉 Doch nach ein paar Tagen ist der Spuk meist vorbei und die positiven Effekte setzen ein!

Ist Kaffee nun gesund?

Für einen gesunden Erwachsenen gelten bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag als unbedenklich. Eine normale Tasse Filterkaffee enthält etwa 90 Milligramm – demnach können bis zu vier Tassen Kaffee am Tag als vertretbar angesehen werden. Das sagt die Weltgesundheitsorganisation dazu.

Es gibt auch sehr kontroverse Studien zu diesem Thema! Worauf man sich bisher geeinigt hat ist, dass Kaffee mit Kuh-Milch wahrscheinlich nicht die beste Variante ist. Weitere allgemeine Gültigkeit hat wahrscheinlich der Klassiker: Die Dosis macht das Gift!

Ich habe mich auch schon ausführlicher mit diesem Thema beschäftigt und hier einen Artikel zu diesem Thema geschrieben!

Und wie endet das Experiment?

Nach einem Monat ist es soweit. Ich fange wieder mit meinem geliebten Mittagsritual an, meinen „educational Walk.“ Ich gehe zu meinem Lieblingsbarista und höre am Weg ein Audio Buch. Somit schaffe ich es, 1 Buch Pro Woche zu lesen.

Soll ich also auf meine Bildung verzichten, nur um keinen Kaffee zu trinken? Ein Monat reicht da ja wirklich! Schön, wie sich diese raffinierte Stimme wieder einschaltet, die mich davon überzeugt, dass Kaffee doch mein Freund und Helfer ist. 😉

Mein Experiment war erfolgreich. Ich habe durchgehalten, Meine Koffein Toleranz ist auf Null und ich habe geschlafen wie ein Baby.

Ich freue mich auf meinen Cappuchino und auf’s nächste Jahr, wenn ich wieder einen Monat eine kleine Pause mache und der Stimme paroli biete! 🙂

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Kaffee Detox  | 30 Tage ohne Koffein – Ein Selbstexperiment
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